Philosophische Häppchen als Vorspeise und Vorwort

Diese Seite meiner Homepage bringt mich immer etwas in Verlegenheit. Einerseits sind Blogs ja eine feine Sache, andererseits denke ich, dass Philosophie in Form „philosophischer Häppchen“ angerichtet zwar schön anzusehen ist, diese aber nicht wirklich gut verdaut werden, und man daher nicht alle an sich vorhandenen Nährstoffe aus dem Lebensmittel der Philosophie (als Mittel zum Leben) gewinnen kann. Philosophisches Fingerfood wird zu schnell und zu gierig gegessen und wirkt wie Fastfood auf den menschlichen Organismus.

Gewiss ist für philosophisch feste Speise eine gute Verdauung und ein ausreichender Lebenshunger von Vorteil, aber das Wesentliche ist das „Wiederkäuen“ eines philosophischen Gedankens in all seinen Zusammenhängen und Inhalten, das genussvolle Nachdenken und manchmal auch mühsame Nachgehen im Umgang mit ihm. Gut ist es von daher, gleich ein ganzes Menü (der Abfolge von Gedanken) zu verkosten, denn ein Appetithäppchen allein kann zwar ein willkommenes Entree sein, wird aber niemals den Hunger wirklich stillen und den Menschen längerfristig sättigen (und nähren) können.

Trotzdem will ich dieses Wagnis eingehen, mit ein paar philosophischen (hoffentlich reich garnierten) Brötchen Lust auf Mehr und Hunger auf das eigene Essen, Kauen und Verdauen zu machen. Dabei werde ich aus der langen Tradition der Philosophie einzelne Texte servieren, die zum neugierigen Selberkosten und lustvollen Weiterdenken anregen mögen.

Philosophie ist ja nichts Abstraktes (auch wenn sie die Welt darzustellen versucht), keine bestimmte Lehre (auch wenn sie sehr lehrreich sein kann), kein abgehobenes Wissen (auch wenn sie den alltäglichen Sorgen entheben kann), sondern sie ist Lebensklugheit und Interesse an Gott und der Welt, sie ist Lebenskunst und persönliche Lebensphilosophie, sie strahlt Liebe zum Denken aus und speist sich aus der Liebe zum Leben (in dieser Welt). Sie ist Liebe zur Weisheit.

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„Wer andere kennt, ist gelehrt. Wer sich selbst kennt, ist weise.“
(Lao Tse)